Alterssicherung dank Bitcoin? – Gesetz erlaubt französischen Versicherungen Krypto-Investments

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Rund eineinhalb Jahren haben die französischen Abgeordneten an den Entwürfen gefeilt, nun ist das viel diskutierte Investitionsgesetz da: Wie die französische Finanzzeitung Les Echos berichtet, verabschiedete das französische Parlament am vergangenen Donnerstag, dem 11. April, den Aktionsplan für das Wachstum und die Transformation von Unternehmen PACTE.

Unter anderem soll dieser Versicherungen nun erlauben, ihr Geld an ein breites Spektrum von Investments-Fonds weiterzugeben. Diese unterliegen künftig ihrerseits gelockerten Auflagen und können in Kryptowährungen investieren. Krypto-Begeisterte dürfte dieser Schritt freuen. Denn erstmalig kann die milliardenschwere Versicherungsbranche Frankreichs damit auch in Bitcoin & Co. investieren.

Zwar sei dies nicht die Motivation hinter dem neuen Gesetz gewesen, dennoch könnten so die Kunden der Versicherer ihr Geld künftig in Krypto-Anlagen stecken, erklärt der Abgeordnete Joel Giraud.

Dies war nicht das primäre Ziel von PACTE. Dennoch haben Versicherer nun die Möglichkeit, Produkte anzubieten, die auf Krypto-Anlagen beruhen,

so der Finanzberichterstatter der Nationalversammlung aus Präsident Emmanuel Macrons Partei La République En Marche.

Versicherungspolicen sind in Frankreich eine beliebte Geldanlage

Versicherungspolicen stellen im Land eine beliebte Form der Geldanlage und Alterssicherung dar. Allein Frankreichs Markt für Lebensversicherungen soll aktuellen Schätzungen zufolge ein Gesamtvolumen von bis zu 2,2 Billionen Euro umfassen. Dies macht Frankreich hinter dem Vereinigten Königreich zum zweitgrößten Versicherungsmarkt Europas.

Welchen Einfluss das Gesetz nun auf die Branche hat, ist noch unklar. Ob die französischen Versicherungen künftig ihr Geld Krypto-Fonds anvertrauen, Kunden entsprechende Produktpakete anbieten oder die französischen Anleger überhaupt offen für die entsprechende Risiken sind, bleibt im Lichte des derzeit volatilen Krypto-Markts abzuwarten.

Als bemerkenswert ist jedoch in jedem Fall festzuhalten, dass Frankreich als erstes Kernland der Europäischen Union nun die institutionelle Anlage in Kryptowährungen ermöglicht.

En Marche will landesweite Privatisierung anstoßen

Allen voran jedoch soll PACTE, welcher mit einer breiten Rückendeckung von 157 zu 50 Stimmen von der Nationalversammlung verabschiedet wurde, die Privatisierung des öffentlichen Sektors in Frankreich vorantreiben.

Dies ist eines der erklärten Hauptziele von Präsident Macron und seiner Partei En Marche. Diese verfügt im französischen Parlament über die absolute Mehrheit und besitzt damit ungemeines Gewicht bei der Verabschiedung neuer Gesetze. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire gibt sich mit Blick auf den Einfluss des neuen Gesetzes gegenüber Journalisten in der vergangenen Woche überzeugt:

Dies ist ein Gesetz, das unserer Wirtschaft helfen und uns auf die Zukunft vorbereiten wird.

Anders sieht dies die Opposition. Sie kritisiert PACTE, welcher vor allem die vollständige Privatisierung des Flughafenkonzerns ADP vorsieht. Dieser befindet sich derzeit zu großen Teilen in Staatshand. Kritik mit Blick auf die Änderungen für Krypto-Investments findet sich in der öffentlichen Debatte rund um das Gesetz jedoch kaum.

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